29. July 2016

APPVISE der Woche: Pokémon Go – Wie sicher sind Ihre Daten?

Schon fleißig am Pokémon sammeln? Pokémon Go erfreut sich zurzeit großer Beliebtheit. Doch wie sieht es eigentlich mit Datensicherheit und Datenschutz aus? Unser Professional Service, Marius Otto, erklärt Ihnen, was mit Ihren Daten geschieht, nachdem Sie die App installiert haben.

Marius Otto zum APPVISE der Woche: Pokémon Go

 

“Hallo und herzlich Willkommen zu unserer neuen Rubrik – dem APPVISE der Woche. Mein Name ist Marius Otto und wir kümmern uns heute um ein Thema, das uns in der letzten Woche alle beschäftigt hat: der App ‘Pokémon Go’.

Was passiert mit unseren Daten? Ist die Datenschutzerklärung der App für uns ausreichend? Und was passiert überhaupt?

Diesem ganzen Thema hat sich das Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig Holstein einmal angenommen. Zunächst beginnt die Datenschutzerklärung mit dem Passus, dass unsere Daten sicher in den USA gespeichert werden – aufgrund des Safe Harbor Abkommens.  Dieses Abkommen ist seit Ende letzten Jahres nicht mehr gültig. Des Weiteren ist ein anonymes Spielen innerhalb der App quasi unmöglich. Ich habe zwei Möglichkeiten um mich in der App anzumelden: Entweder ich erstehe eine Pokémon Trainer Lizenz direkt bei Niantic, bin da aber gezwungen, wahrheitsgemäße Angaben zu meiner Person zu tätigen. Alternativ kann ich mich auch mit einem Google-Konto anmelden, aber auch hier muss ich wahrheitsgemäße Angabe zu meiner Person tätigen.

 

Wenn ich jetzt diese ganzen Daten zusammenfüge, dann verfügt Niantic über Datensätze, die sowohl unsere Vornamen und Nachnamen, unsere E-Mailadresse beinhalten. Zusätzlich sammeln sie minütlich, fast sekündlich, Standortdaten, ziemlich exakte Standortdaten von uns. Schlussendlich haben sie damit einen Klarnamen von uns und können direkt Bewegungsprofile erstellen und sehen, wo wir arbeiten, was wir in unserer Freizeit tun und wo wir wohnen.

 

Niantic macht keine Angaben zu Löschfristen. Das heißt, wenn ich möchte, dass meine Daten gelöscht werden, werden sie diesem entsprechen, sagen aber nicht wann und sie behalten sich das Recht vor, diese Daten als Sicherungskopie auf den eigenen Geräten zu speichern. Diesen Daten dürfen sie auch an Dritte weitergeben. Nicht nur bei Gerichtsprozessen oder bei anderweitigen polizeilichen Verfahren, sondern auch an Dritte zu Werbezwecken beispielsweise.

 

Virtuelle Güter: Wir haben die Möglichkeit in der App virtuelle Güter zu erstehen, damit wir im Spiel einfach schneller voranschreiten. Zunächst gibt es auch hier keine Einschränkung, dass Kinder nicht einfach etwas kaufen können. Darüber hinaus behält Niantic sich in den AGB das Recht vor, die Güter zu verändern oder auch komplett zu entfernen, ohne dem User dafür eine Entschädigung zu zahlen.

 

Abschließend gibt es noch eine Schiedsgerichtsklausel, die in Deutschland allerdings ungültig ist. Da Niantic aber den einzigen Firmensitz in den USA hat, ist hier der Gerichtsstand auch die USA. Experten sind sich hier einig, dass man mit einer Klage gegen Niantic keinen Erfolg haben wird. Das Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig Holstein und auch wir sind damit zu dem Entschluss gekommen, dass auf betrieblich genutzten Telefonen oder Tablets diese App auf gar keinen Fall einzusetzen ist. Auch im privaten Gebrauch sollte man sich überlegen, ob diese App wirklich einzusetzen ist oder ob meine eigenen Daten so wichtig sind, dass ich nicht möchte, dass eine andere große Firma, die unteranderem auch mit Google zusammenarbeitet, direkte Bewegungsprofile von mir erstellen kann.

 

Soweit unser APPVISE der Woche. Wir melden uns demnächst wieder und bis dahin, achten Sie auf Ihre Daten!”

 

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